Ambulante Chirurgie zeitgemäß

Hernienerkrankung

Ein paar Angaben zur Statistik

Eingeweidebrüche sind ein weit verbreitetes Phänomen. So erkranken beispielsweise etwa 27% der Männer und 3% der Frauen im Laufe ihres Lebens an einem Leistenbruch. Nach Schätzungen der internationalen Herniengesellschaften wurden im Jahre 2007 weltweit etwa 20 Milionen Leistenhernien operiert. In Deutschland werden derzeit etwa 275.000 Leistenbrüche und knapp 100.000 Bauchwandbrüche pro Jahr operativ versorgt. Die Erkrankung kann sowohl Kinder als auch Erwachsene jeden Geschlechts und Alters treffen.


Bei einem Bauchwandbruch liegt eine krankhafte Lücke in der Bauchwand vor, durch die das Bauchfell und gegebenenfalls auch im Bauch gelegene Organe nach außen dringen können. Bei Leistenhernien liegt die Öffnung im Bereich des Leistenkanals, bei Zwerchfellhernien innerhalb des Zwerchfells. Bei jedem Eingeweidebruch besteht potentiell die Gefahr der Einklemmung und lebensgefährlichen Strangulation von Eingeweiden, besonders des Darms. Das Risiko der Einklemmung beträgt etwa 1-3% pro Jahr.


Eingeweidebrüche sollten immer operiert werden, da sich die angeborene Lücke in der Bauchwand von alleine nicht wieder verschließt. Wird eine Hernie rechtzeitig operativ versorgt, ist sie in der Regel völlig ungefährlich. Die Operation ist daher prinzipiell mit einer Heilung der Erkrankung gleichzusetzen.


Hernienoperationen sind Routineeingriffe, die sehr häufig und schon seit vielen Jahren durchgeführt werden. In den letzten Jahren wurden die Operationstechniken immer weiter verbessert, so dass für jeden individuellen Fall eine optimale Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung steht.


Quelle-URL: https://www.heniamed.de/?q=node/66



Hernienchirurgie

Qualitätssicherungsstudie Herniamed

Die Qualität in der Hernienchirurgie kann nur durch gesichert bzw. verbessert werden, wenn der Operateur zum einen alle wesentlichen Angaben zu seinen Hernienpatienten und deren Erkrankung schriftlich festhält, zum anderen, wenn er das langfristige Ergebnis seiner Operationen kennt. Aus diesem Grunde haben sich in der Hernienchirurgie erfahrene Chirurgen zu der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed zusammengeschlossen und sich hier im Rahmen eines freiwilligen Qualitätssicherungsprojektes verpflichtet, sämtliche in ihrer Klinik bzw. Praxis operierten Hernienfälle genau zu dokumentieren und die erhobenen Daten einer wissenschaftlichen Auswertung zuzuführen.


Dokumentation und Datenerhebung erfolgen entsprechend den gesetzlich verankerten Datenschutzbestimmungen in anonymisierter Form, so dass in keinem Fall aus den vorliegenden Daten Rückschlüsse auf den jeweiligen konkreten Patienten gezogen werden können.


Weil die Menschen immer älter werden, häufiger an Übergewicht leiden und mehr Operationen durchlaufen, wird die Zahl der Hernienerkrankungen (einschließlich Narbenhernien) in den kommenden Jahren weiter steigen.


Helfen auch Sie als Betroffener mit, die Versorgung aller Hernienpatienten zu verbessern, indem Sie an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed einschließlich der Nachsorge teilnehmen. Erforderlich ist dazu in jedem Fall die von Ihnen unterschriebene Einverständniserklärung. Ein entsprechendes Formular erhalten Sie von uns vor Ihrer geplanten Operation.


Für Ihre Mithilfe dürfen wir Ihnen schon jetzt herzlich danken.





Fortbildungsveranstaltungen

3. Wilhelmsburger Herniensymposium 22. / 23. Oktober 2010


Im Rahmen des internationalen Herniensymposiums trafen sich am 22. und 23.10.2010 in Hamburg Experten auf dem Gebiet der Hernienchirurgie.


Als Weltkrankheit ersten Ranges hat die Hernie eine zunehmende chirurgische, gesundheitspolitische und ökonomische Bedeutung. Weltweit erkrankt jeder 4. Mann im Laufe seines Lebens an einem Leistenbruch. Die Hernienchirurgie ist als innovatives Spezialgebiet der Allgemein- und Viszeralchirurgie für niedergelassene und klinisch tätige Chirurgen gleichermaßen wichtig. Neue Netze/Implantate, neue Fixierungstechniken, neue offene und laparoskopische Operationsverfahren mit einer immer größeren Instrumentenvielfalt ermöglichen eine immer differenziertere Behandlung der Patienten.


Als eingeladener Fachmann stellte Herr Dr. D. Silbernik ein neues OP-Verfahren zur Operation von Nabelbrüchen und Narbenbrüchen vor. Hierbei führte Dr. Silbernik eine Live-Operation im Krankenhaus Groß-Sand Wilhelmsburg durch welche zeitgleich in die Konferenzhalle übertragen wurde so dass bereits während der Operation mit den Hernienexperten das OP-Verfahren erläutert und diskutiert werden konnte.


Insgesamt wurden 8 Operationsverfahren vorgestellt und die aktuellen Verfahren der gesamten Hernienoperationen ausführlich diskutiert.